Warum diese Projekt?  (Auszug)
Lothar Berg

Als Kind wild und unberechenbar, als Jugendlicher renitent und wütend, als Twen hasserfüllt und gemein. Mit ca. 29 habe ich eine unendliche Langeweile gegenüber diesem Leben empfunden. Die komprimierte und exzessive Lebensweise war kein Genuss mehr. Sie strahlte nur noch den Zwang aus, dass der Abend von gestern zu toppen sein musste. Drogen habe ich immer gefürchtet und deshalb nie genommen, noch nicht einmal einen Probierzug am Joint. Was blieb war der Alkohol, um die Langeweile zu betäuben und um die Monotonie ertragen zu können. Meine Fazit nach 15 Jahren Alkoholkonsum war, dass ich jede Chance verpasste, um über meinen Hass und meine Wut nachdenken zu können, die auch im nüchternen Zustand mein Leben und meine Taten bestimmten. Mit Alkohol gab es überhaupt keine Gelegenheit mein Gewaltpotential positiv freien Lauf lassen zu können.

Nie wieder habe ich einen Tropfen Alkohol angerührt. Ich verließ die Straße. Acht bis 10 Jahre habe ich gebraucht, um meine Emotionen, Reaktionen, Denk- und Verhaltensweisen neu zu bestimmen. Ich habe gearbeitet. 7 Tage die Woche. Ich habe trainiert. 7 Tage die Woche. Ich habe meine Wohnung umgebaut. 7 Tage die Woche. In der Regel habe ich 4 Stunden geschlafen. Jahrelang. Vom Arbeiter zum Unternehmer, zum Schriftsteller. Und heute, mit 51 Jahren, steht hier das Produkt all dieser Dinge. Das Ergebnis eines bewegten Lebens. ...

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