Leseprobe aus dem Buch "Prügel, Knast und Ekkes Bräute"
Wie alles begann  (Auszug)
... Eckehard Lehmann war trotz seiner 45 Jahre den meisten Jüngeren noch immer an Kraft weit überlegen. Sein Körper, über und über tätowiert, seine prankenartigen Hände, die stahlblauen Augen und eine Körpergröße von 1,92 Meter stellten klar: Hier stand ein Mensch gewordene Ladung Dynamit. Natürlich hatte der Zahn der Zeit auch an ihm genagt. Aber sein Ruf ließ ihn nicht zur Ruhe zu kommen. Er fühlte sich ihm verpflichtet. Die Entbehrungen und der Kampf von Kindheit an hatten sein Gesicht gezeichnet. Seine Kraft und sein Überlebenswille hatten ihn unempfindlich gegen alle Anfeindungen und Qualen gemacht. Hass war sein Motor und sein bester Freund. Für Ruhe und Besinnung war nie Zeit gewesen.

Die harten Jahre hatten ihren Preis gefordert. Nicht zuletzt aus seine schlechte Ernährung, ein ausschweifendes Leben, Nikotin und Alkohol hatten dazu beigetragen, dass dieser Mann, der keinen Kampf ausgelassen hatte, ein leichtes Opfer für Krankheiten geworden war. Sein Immunsystem war "für`n Arsch", wie Eckehard Lehmann sagen würde. Jede noch so kleine Verletzung seiner Haut führte zu Entzündungen oder gar zu Blutvergiftungen. Vor einigen Jahren hatte er eine bakterielle Meningitis nur knapp überlebt und wurde seitdem von Kopfschmerzen und Sehstörungen geplagt. Die Haare dünner geworden, die oft gebrochene Nase stach aus dem hageren Gesicht fleischig hervor.

Die äußerliche Fassade dieses Körpers war vernarbt, doch es gab auch ein inneres Leben. Was würde ihn noch alles erwarten? ...
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