Am 31.12.1969 spannte Ekke, beim Anlegen der Handschellen, seine Pranken über Gebühr an. So war es ihm ein Leichtes an diesem Silvestertag die Fesseln abzustreifen. Die Bewacher dachten an das übliche Spielchen. Diesmal jedoch entledigte der Gefangene sich auch seiner Schuhe. Einer großen Katze gleich, hetzte er über den verschneiten Innenhof und sprang mit einem mächtigen Satz zum ersten Fenstersims, an dem er sich hochzog. Den nächsten Vorsprung erreichte er gerademal mit den Fingerkuppen. Dank seines exzessiven Trainings, kam er von hier aus weiter. Durch die Unterstützung mit den unbeschuhten Füßen, er krallte sich mit den Zehen in die kleinsten Fugen, gewann er an Höhe. Während er sich in die Wand krallte, erholten sich die Vollzugsbeamten von dem Schock. Ungläubig sahen sie den Gefangenen dem Dach zustreben. "Ekke, mach keinen Mist, komm zurück, du bist ohne Chance", usw. riefen sie ihm zu. Die Worte prallten natürlich an ihm ab. Beinahe hätten sie es aber doch geschafft. Als sie in Ihrer Verzweiflung Schneebälle warfen, um ihn zur Aufgabe zu zwingen, wäre er fast vor Lachen von der Wand gestürzt. Dann aber hatte er das Unvorstellbare geschafft, er zog sich über die Dachkante.
Einer der Aufseher brach zusammen. Herzanfall. Er hatte diese Unverfrorenheit nicht fassen können. Ekke konnte sich nicht lange sammeln. Das Dach war glatt, er war nur dürftig bekleidet. Seine Hände waren gefühllos. Eilig strebte er dem angrenzenden Dach der Turnhalle zu. Von hier aus war der Außenbereich der JVA zu erreichen. Hier jedoch abzusteigen, das konnte er sich nicht leisten. Die Zeit drängte, und die Hände könnten den Dienst versagen. Was tun?? ... |